Kategorie-Archiv: Coaching/Supervision

Den eigenen Internetauftritt auffrischen – Frühjahrsputz für den Kopf

Staub. Er legt sich auf Tische, Regale, Schränke, Armaturen, sogar wenn man nicht da ist… Ab und an muss man ran, mit Wischtuch oder Wedel. Damit es wieder frisch aussieht.

Nicht anders ist es bei der eigenen Website. Wie steht es um Ihren Internetauftritt? Haben Sie den auch mal mit viel Aufwand gestaltet, online gestellt und das war es? Mir ging es so. Acht Jahre alt war meine Website. Immerhin hatte ich nach fünf Jahren schon mal die Fotos neu gemacht.

Ich fragte mich: Stimmen die Angaben überhaupt noch? Meine Vita: fehlt da nicht die Fortschreibung? Meine Angebote: Habe ich mich da nicht mit meinen Kundinnen und Kunden längst weiterentwickelt?
Also, alles durchgelesen – und neu getextet, neu strukturiert. Mit einem tollen Sparringspartner, denn über sich selber schreiben ist schwer – auch für Schreibprofis wie mich. (1)

Beim Schreiben passierte etwas. Es stellte sich ein Effekt ein: Der Frühjahrsputz im Kopf begann. Was ist eigentlich mein Angebot, überlegte ich – und dessen Mehrwert für meine Kundinnen und Kunden? Dass sie etwas von mir beigebracht bekommen? Nein! Zwänge abbauen, Denken anschieben, Durchblick erhalten – das sollen sie! Und das machte ich zu einer der neuen Überschriften.

Zwänge abbauen: Wir neigen dazu, in eingefahrenen Bahnen zu denken, nur weil wir sie kennen. Aber diese Bahnen sind oft nur vordergründig bequem und nicht einmal gut für uns. Sie können uns hemmen und beengen. Das ist doch der eigentliche Grund, warum man ein Coaching in Anspruch nehmen sollte: Dass man sich von eingeübten Denkmustern frei machen und den Blick weiten kann.
Das sollte endlich auch mein Auftritt wiedergeben: nicht darzustellen was ich anbiete. Sondern worum es wirklich geht: Den Bedarf der Kundin, des Kunden.

Ich nenne es den Frühjahrsputzeffekt im Kopf: Ich versuche weniger, auf der Website zu erklären, was ich zu bieten habe. Ich möchte stattdessen mit meinen potenziellen Kundinnen und Kunden ins Gespräch kommen um erst einmal herauszufinden, was der individuelle Bedarf ist. Wie ich sie auf ihrem Weg unterstützen kann.
Gehen sie mal auf ihre Website: Was fällt Ihnen auf? Und bei Ihnen: Zeit für einen Frühjahrsputz? Denken anschieben, Durchblick erhalten – das macht Freude.

Folgen von Verantwortungsdiffusion in Krankenhausteams für die Patientensicherheit

Auf der Intensivstation macht der Gesundheitszustand eines Patienten mit Herzbeschwerden Sorgen. Dabei steht nicht sein Herz, sondern der Zustand eines seiner Beine nach vielen Tagen im künstlichen Koma im Blickpunkt. Eine Pflegekraft fordert die beiden gerade auf der Station Dienst habenden Ärzte auf, in der Orthopädie ein Extensionsgestell zu holen, damit das Bein anders gelagert werden könne. Die Ärzte erwidern, das könne sie doch selbst tun. Sie sagt, dafür sei sie nicht zuständig, das müsse in einem ärztlichen Konsil (das Hinzuziehen eines Facharztes durch einen anderen Arzt) geschehen. Später wird sie das als das „Scheiß-Egal-Gefühl“, das sich manchmal bei allen Beteiligten einstelle, beschreiben. Weiterlesen

Als Führungskraft Missstände ansprechen. Oder: Von Edward Snowden lernen

Edward Snowden hat eine Entscheidung getroffen, gehandelt – und sehr viele Menschen erreicht, etwas in ihrem Leben verändert. Er hat eine Welle ausgelöst, einen Abdruck hinterlassen, Menschen motiviert, zu handeln gegen staatliche Überwachung. Edward Snowden ist deshalb ein Held (und Träger des Alternativen Nobelpreises). Laut wikipedia ist ein Held „eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sogenannten Heldentaten, treiben.“
Besonders herausragend. Das macht Helden leider auch zu Menschen, die scheinbar mehr können als andere. Dabei wirken wir alle auf andere. Und brauchen andere, die sich berühren lassen. Auch Edward Snowden brauchte Menschen, die ihm zuhörten und seine Erkenntnisse verbreiteten. Weiterlesen

Tränen bei der Polizei? Supervision im Studium Polizeivollzugsdienst

Nach traumatischen Erlebnissen werden Polizeibeamte, abhängig vom Bedarf, von Psychologen betreut.  Aber was ist mit der Verarbeitung von beruflichen Alltagsbelastungen? Steckt ein Polizist, eine Polizistin, diese weg, ohne Blessuren davon zu tragen?

Oder braucht die starke Organisation Polizei neue Möglichkeiten zur Verarbeitung von individuellen Gefühlen der Ohnmacht, Ärger, Versagensangst oder Selbstwertzweifeln, die die Arbeit mit dem Klientel, aber auch Konflikte mit Kollegen, oder Barrieren innerhalb der Institution, auslösen können?  Weiterlesen