Als Führungskraft Missstände ansprechen. Oder: Von Edward Snowden lernen

Edward Snowden hat eine Entscheidung getroffen, gehandelt – und sehr viele Menschen erreicht, etwas in ihrem Leben verändert. Er hat eine Welle ausgelöst, einen Abdruck hinterlassen, Menschen motiviert, zu handeln gegen staatliche Überwachung. Edward Snowden ist deshalb ein Held (und Träger des Alternativen Nobelpreises). Laut wikipedia ist ein Held „eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sogenannten Heldentaten, treiben.“
Besonders herausragend. Das macht Helden leider auch zu Menschen, die scheinbar mehr können als andere. Dabei wirken wir alle auf andere. Und brauchen andere, die sich berühren lassen. Auch Edward Snowden brauchte Menschen, die ihm zuhörten und seine Erkenntnisse verbreiteten.
Held der Welle
Das Prinzip Held ist in meinen Augen deshalb das, was der Psychiater und Autor Irvin D. Yalom als den „Welleneffekt“ beschrieben hat.
Jeder von uns, oft ohne Absicht oder Wissen, erzeugt konzentrische Kreise, die sich jahrelang, sogar über Generationen hinweg, auf andere auswirken können. Der Effekt nämlich, den wir auf andere Menschen ausüben, wird wiederum an andere weitergeleitet, ganz ähnlich den kleinen Wellen, die sich in einem Teich kräuseln, bis sie nicht mehr sichtbar sind, auf der Nano-Ebene jedoch fortlaufen. (Irvin D. Yalom: In die Sonne schauen. Wie man die Angst vor dem Tod überwindet, S.86)
Einfach gesprochen: In jedem Kontakt mit anderen lösen wir Wellen aus. Große oder kleine, solche, die das Gegenüber hoch heben oder hinab ziehen. Und die es weitergibt.

IMG_3580
Was kann das für Führung heißen?
Ob wir uns als Führungskräfte den Aufgaben der Mitarbeiterkommunikation stellen – auch das löst Wellen aus. Die zeigen sich in der Unternehmensbilanz. Und in den Herzen der Menschen.
Was das mit Edward Snowden zu tun hat? Kleine Missstände im Alltag ansprechen, Konflikte im Unternehmen angehen – das ist Wirken im Alltag. Für sich und andere. Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die Missstände ansprechen, zuhören. Sich der Verantwortung stellen.
Die Alternative: Das unter-den-Teppich-kehren. Seien Sie sicher, so wirken Sie auch. Allerdings mit Sog nach unten.
P.S.: Wer mehr über Edward Snowden wissen will, dem lege ich den Dokumentarfilm Citizen four von Laura Poitras ans Herz.

Be Sociable, Share!

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>