Klarheit – warum sie so schön ist. Auch im Unternehmen.

Klarheit verschafft Erkenntnis und Sicherheit. Und sie berührt die Seele. Stellen Sie sich vor, Sie lehnen sich über eine Brücke. Sehen Sie unter sich trübes, braunes Wasser, das schnell und voller Strudel vorbeizieht: Das kann unangenehm, gar beängstigend sein. Ein Blick in klares Wasser dagegen zeigt nicht nur Steine, Fische und Pflanzen, sondern beruhigt auch die Sinne, entspannt das Denken und gibt Kraft.

In zwischenmenschlichen Beziehungen und in Unternehmen ist es ganz ähnlich. Stress, Blockaden, rasender Stillstand: Wenn Klarheit fehlt, bekommt die Unruhe Oberhand. Das kann Konflikte undurchschaubar machen, Kränkungen erzeugen, Prozesse bedrohlich wirken und Schmerz aufflammen lassen. Dinge nicht durchschauen zu können beunruhigt und kostet Kraft.

Unklarheit im Familienunternehmen: Schmerzhafter Konflikt vorprogrammiert
Ein Beispiel aus einem Familienunternehmen: Der Senior kündigt dem Junior an, dass er selbst sich nun aus dem Geschäft zurückziehen wolle und der Junior das Geschäft übernehmen werde. Der Junior sprüht vor Tatendrang und Begeisterung. Drei Wochen später sitzt er seinen Eltern gegenüber und präsentiert voller Stolz seinen Businessplan, erläutert, was er im Unternehmen ändern will um es für die Zukunft weiter gut aufzustellen.
Und was passiert? Der Vater ist empört und schilt den Sohn, undankbar zu sein.
Beide ziehen sich in die Trübheit ihrer kreisenden Gedanken zurück und beiden ist völlig unklar, was passiert ist. Klar ist nur, dass es beiden weh tut. Sie stehen an der Spitze ihres Unternehmens, nah beieinander, und sehen trotzdem nichts als sich selbst. Es ist, als ob dichter Nebel den Gipfel einhüllt, während sich die Menschen weiter unten große Sorgen machen.
Kennen Sie diesen Moment, wo der Nebel aufreißt und die Landschaft klar sichtbar wird? Das hatten Senior und Junior, als sie mit Moderation die Situation reflektieren konnten.

Beide füllen im Unternehmen zwei Rollen aus: Der Vater ist zugleich Gründer, der Sohn ist Nachfolger. Und in Unkenntnis ihrer jeweiligen Rollen hatten sie aneinander vorbeigeredet: Der eine hatte als Vater dem Sohn ein Geschenk gemacht und wollte daher ein „sohngemäßes Danke“ hören. Der Sohn hatte aber in seiner Rolle als Nachfolger zugehört und dem Unternehmer, der sein Vater war, mit einem Zukunftsplan geantwortet. Dabei ging dieser aber in seiner Vaterrolle leer aus. Seine tiefe Kränkung wiederum musste der Sohn als Zurückweisung seiner unternehmerischen Fähigkeit erleben!

Gerade in Unternehmen – und wie das Beispiel zeigt, besonders in Familienunternehmen – können unklare Kommunikation und unklares Rollenverhalten andere verletzen. Und sie schädigen über diese zutiefst menschlichen Reaktionen das Unternehmen. Das Erkennen der wirklichen Zusammenhänge wiederum verschafft nicht nur den bekannten Aha-Effekt, sondern auch ein hoch emotionales Erlebnis. Denn Erkenntnis und Klarheit sind im Empfinden gleichbedeutend mit Schönheit: Beides spricht das Belohnungszentrum im Gehirn an.
Sich im Unternehmen Klarheit zu verschaffen, ist also nicht nur eine wichtige Investition in die unternehmerische Zukunft, sondern auch ein zutiefst befriedigendes Erlebnis. Der Mensch ist so konstruiert, dass er Schmerz vermeiden will. Rollenkonflikte werden, gerade wenn sie mit intensiven zwischenmenschlichen Erwartungen vermischt sind, als sehr belastend empfunden. Wenn klares Sehen und Denken den Konflikt löst, ist das für die Beteiligten befreiend. Das betrifft beileibe nicht nur Familienunternehmen. Auch in GmbHs erlebe ich häufig Konflikte, die auf mangelnder Klarheit und unausgesprochener Enttäuschung beruhen – und doch relativ leicht zu lösen wären.
Geht es Ihnen bisweilen ähnlich? Dann lichten Sie den Nebel, entspannen Sie Augen und Geist. Bringen Sie mit klarem Durchblick Ihr Unternehmen und Ihre persönliche Vision voran.

Den eigenen Internetauftritt auffrischen – Frühjahrsputz für den Kopf

Staub. Er legt sich auf Tische, Regale, Schränke, Armaturen, sogar wenn man nicht da ist… Ab und an muss man ran, mit Wischtuch oder Wedel. Damit es wieder frisch aussieht.

Nicht anders ist es bei der eigenen Website. Wie steht es um Ihren Internetauftritt? Haben Sie den auch mal mit viel Aufwand gestaltet, online gestellt und das war es? Mir ging es so. Acht Jahre alt war meine Website. Immerhin hatte ich nach fünf Jahren schon mal die Fotos neu gemacht.

Ich fragte mich: Stimmen die Angaben überhaupt noch? Meine Vita: fehlt da nicht die Fortschreibung? Meine Angebote: Habe ich mich da nicht mit meinen Kundinnen und Kunden längst weiterentwickelt?
Also, alles durchgelesen – und neu getextet, neu strukturiert. Mit einem tollen Sparringspartner, denn über sich selber schreiben ist schwer – auch für Schreibprofis wie mich. (1)

Beim Schreiben passierte etwas. Es stellte sich ein Effekt ein: Der Frühjahrsputz im Kopf begann. Was ist eigentlich mein Angebot, überlegte ich – und dessen Mehrwert für meine Kundinnen und Kunden? Dass sie etwas von mir beigebracht bekommen? Nein! Zwänge abbauen, Denken anschieben, Durchblick erhalten – das sollen sie! Und das machte ich zu einer der neuen Überschriften.

Zwänge abbauen: Wir neigen dazu, in eingefahrenen Bahnen zu denken, nur weil wir sie kennen. Aber diese Bahnen sind oft nur vordergründig bequem und nicht einmal gut für uns. Sie können uns hemmen und beengen. Das ist doch der eigentliche Grund, warum man ein Coaching in Anspruch nehmen sollte: Dass man sich von eingeübten Denkmustern frei machen und den Blick weiten kann.
Das sollte endlich auch mein Auftritt wiedergeben: nicht darzustellen was ich anbiete. Sondern worum es wirklich geht: Den Bedarf der Kundin, des Kunden.

Ich nenne es den Frühjahrsputzeffekt im Kopf: Ich versuche weniger, auf der Website zu erklären, was ich zu bieten habe. Ich möchte stattdessen mit meinen potenziellen Kundinnen und Kunden ins Gespräch kommen um erst einmal herauszufinden, was der individuelle Bedarf ist. Wie ich sie auf ihrem Weg unterstützen kann.
Gehen sie mal auf ihre Website: Was fällt Ihnen auf? Und bei Ihnen: Zeit für einen Frühjahrsputz? Denken anschieben, Durchblick erhalten – das macht Freude.

Nachrichten aus einem verschlossenen Land

Hyeonseo Lee war 17, als sie ihre Heimat, Nordkorea, über einen Grenzfluss nach China verließ. In ihre Autobiographie berichtet sie vom „ganz normalen Leben“ unter der Kim-Dynastie. In einem Land fast ohne Kontakt zur Außenwelt. In einem Land, das Kommunismus predigt und eines der undurchlässigsten Kastensysteme der Welt hat – geschaffen vom ersten Diktator, Kim Il-Sung. Am Freitag war sie in Berlin. Weiterlesen

Krisenkommunikation mit Ausdruck und Wirkung

In brenzligen Situationen intern und öffentlich kommunizieren? Das müssen Führungskräfte, Unternehmenssprecherinnen und –sprecher, Vorstände. Stresserleben und das Ziel, vertrauensvoll zu wirken, stehen sich dabei mitunter im Weg, erhöhen gar das Stresspotenzial. Das muss nicht sein. Wer Ausdruck und Wirkung seiner Kommunikation reflektiert und bewusst einsetzt, kann souveräner agieren und sich UND den Unternehmenszielen treu bleiben. Weiterlesen

Folgen von Verantwortungsdiffusion in Krankenhausteams für die Patientensicherheit

Auf der Intensivstation macht der Gesundheitszustand eines Patienten mit Herzbeschwerden Sorgen. Dabei steht nicht sein Herz, sondern der Zustand eines seiner Beine nach vielen Tagen im künstlichen Koma im Blickpunkt. Eine Pflegekraft fordert die beiden gerade auf der Station Dienst habenden Ärzte auf, in der Orthopädie ein Extensionsgestell zu holen, damit das Bein anders gelagert werden könne. Die Ärzte erwidern, das könne sie doch selbst tun. Sie sagt, dafür sei sie nicht zuständig, das müsse in einem ärztlichen Konsil (das Hinzuziehen eines Facharztes durch einen anderen Arzt) geschehen. Später wird sie das als das „Scheiß-Egal-Gefühl“, das sich manchmal bei allen Beteiligten einstelle, beschreiben. Weiterlesen

Als Führungskraft Missstände ansprechen. Oder: Von Edward Snowden lernen

Edward Snowden hat eine Entscheidung getroffen, gehandelt – und sehr viele Menschen erreicht, etwas in ihrem Leben verändert. Er hat eine Welle ausgelöst, einen Abdruck hinterlassen, Menschen motiviert, zu handeln gegen staatliche Überwachung. Edward Snowden ist deshalb ein Held (und Träger des Alternativen Nobelpreises). Laut wikipedia ist ein Held „eine Person mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sogenannten Heldentaten, treiben.“
Besonders herausragend. Das macht Helden leider auch zu Menschen, die scheinbar mehr können als andere. Dabei wirken wir alle auf andere. Und brauchen andere, die sich berühren lassen. Auch Edward Snowden brauchte Menschen, die ihm zuhörten und seine Erkenntnisse verbreiteten. Weiterlesen

Was bitte ist eine verpfuschte Hinrichtung?

Die Deutsche Welle (und mit ihr sinngemäß viele Medien) sah das diese Woche so: „Noch etwa eine Stunde nach der Injektion der tödlichen Giftspritze habe der 55 Jahre alte Joseph Wood geschnaubt und nach Luft geschnappt, schrieben seine Verteidiger in einem Eilantrag an ein Gericht, um die Hinrichtung zu stoppen. Wood sei erst rund zwei Stunden, nachdem ihm der Gift-Cocktail verabreicht wurde gestorben, sagte der Verteidiger des Hingerichteten, Dale Braich. Arizona scheint offenbar nun zu den Bundesstaaten zu gehören, die für ein vollständig vermeidbares Gräuel verantwortlich sind – eine verpfuschte Hinrichtung.“ Weiterlesen

Menschlichkeit berührt

Shin Dong-hyuk ist 14 Jahre alt, als er von April bis November 1996 inhaftiert und gefoltert wird.

In dieser Zeit erfährt er das erste Mal menschliche Zuwendung: Ein alter Mithäftling, mit dem er die Zelle teilt, säubert seine eiternden Wunden, die durch die Folter seinen geschundenen Körper überziehen. Immer wieder wischt der alte Mann mit einem Tuch den Eiter ab. Weiterlesen